Herzgesundheit: Cholesterin, gesättigte Fette und tierisches Protein sind gefährlich! Wirklich?

Cholesterin, gesättigte Fette und tierisches Protein sind gefährlich für dein Herz! So oder so ähnlich lauten die Behauptungen, die durch diverse Instanzen online verbreitet werden. Doch stimmt das wirklich? Darf man wirklich keine Milch trinken, Eier oder Fleisch essen, wenn man gesund sein will?

Wen man sich auf uralte Studienergebnisse bezieht und diese dann auch noch so auslegt wie es einem passt, dann bestimmt! Aber schauen wir uns doch mal etwas aktuelleres aus dem Jahr 2016 an. 😉

Das fand die Studie im Groben heraus: Menschen mit einem höheren Fett- und Proteinkonsum haben das niedrigste kardiovaskuläre Risiko! Gesättigte Fette erhöhen dabei nicht das Risiko für Herzinfarkte, sondern können sogar protektiv wirken (beispielsweise aus der guten Vollmilch)! Das Gesamtcholesterin hat so gut wie keine Aussagekraft, wenn es um die Herzgesundheit geht.

„WHAT the HEALTH? 😀 Das kann doch nicht sein! Aber Dr. Greger sagt doch, dass gesättigte Fette und Cholesterin böse sind und zum Herzinfarkt führen. Aber die DGE sagt doch, dass man eher Low Fat essen soll und dass gesättigte Fette böse sind. Aber Frau „Dr.“ Petra Bracht sagt doch, dass Milch ungesund für den Menschen ist. Aber mein Doktor sagt, dass ich Statine nehmen muss, weil mein Gesamt-Cholesterinspiegel zu hoch ist. Aber, aber, aber….

Gehen wir mal diese riesige Studie, die sich über 42 Länder erstreckt, Schritt für Schritt durch! For your Health!

Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Ernährungsfaktoren Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko haben und welche nicht.

Was wurde herausgefunden: Das niedrigste Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten die Menschen, die das meiste Fett und Protein zu sich nahmen. Höhere Gesamtcholesterinwerte wurde dabei übrigens mit einem geringen Risiko in Verbindung gebracht! Komisch oder? Aber die veganen Doktoren sagen doch was ganz anderes? Hmm….vielleicht auch weil da ein anderes Interesse dahinter steckt? Wer weiß 😉

Das höchste Risiko hatten hingegen Menschen, die einen großen Anteil ihrer täglichen Energie über Kohlenhydrate und Alkohol zu sich nahmen oder über Kartoffeln und Cerealien…

Gesättigte Fette hatten dabei keine negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, im Gegensatz zu Kohlenhydraten mit einem hohen glykämischen Index.

Liebe Pseudowissenschaftler aus der veganen Ecke, die in ihren Beiträgen und Videos nur die Abstracts präsentieren und die Ergebnisse so drehen und wenden, wie es ihnen passt: Jetzt wird abgerechnet!

Was zeigt die Studie im Einzelnen?

Höhere Cholesterinwerte werden in Verbindung mit einem geringen Risiko für Herzkreislauferkrankungen gebracht.

Das Gesamtcholesterin stieg dabei vor allem beim Konsum von tierischem Fett in Kombination mit tierischem Eiweiß. Schlecht? Quasi „Go vegan?!“ Wenn man den nächsten Abschnitt weglässt, dann vielleicht. 😉

Dieser Zusammenhang passt nämlich wunderbar zu Metaanalysen von klinischen Studien, die zeigen, dass gesättigte Fette die Cholesterinwerte in die Höhe treiben! In der aktuellen Studie konnte allerdings keinerlei Verbindung zwischen erhöhten Cholesterinwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezeigt werden.

 

 

Folgendes sei gesagt: Die bislang größte Studie zum Zusammenhang zwischen Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt eine positive Korrelation. Man könnte also daraus schließen, dass Cholesterin das Risiko für Herzinfarkte erhöht. Dazu muss man allerdings berücksichtigen, dass dieser Effekt mit steigendem Alter immer weiter abnimmt und für Menschen im höheren Alter eine negative Korrelation hergestellt werden kann. Für sie gilt also quasi: Je höher der Cholesterinspiegel desto besser.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18061058

Unterm Strich sind sich beide Studien einig: Das Gesamtcholesterin ist kein aussagekräftiger Wert und sollte keinesfalls als alleiniger Faktor bei der Risikobewertung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet werden.

Ein viel deutlicher Zusammenhang kann hingegen zwischen niedrigen HDL Werten, einem ungünstigen Cholesterin/HDL-Quotienten, erhöhten Triglyzeriden oder aber einem ungünstigen Verhältnis von Triglyzeriden zu HDL zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen hergestellt werden.

Gesättigte Fette erhöhen dabei zwar das Gesamtcholesterin, das Verhältnis zwischen Gesamtcholesterin und HDL verändert sich dabei aber nicht zum Negativen! Triglyzeride, die in Verbindung mit Herzinfarkten gebracht werden, sinken. Komisch oder? Dabei erzählt jeder zweite auf YouTube, dass Kokosöl und vor allem tierische Fette gefährlich seien…

Übrigens reicht es für eine wirkliche Risikobewertung nicht aus, einfach nur den LDL-Spiegel zu betrachten. Hier muss zwischen weniger dichten LDL-Partikeln, die mit gesättigten Fetten in Verbindung gebracht werden, und den dichteren kleinen LDL-Partikeln, die mit einer sehr kohlenhydratreichen Ernährung in Verbindung gebracht werden, unterschieden werden. Letztere werden mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Es gibt keine Evidenz dafür, dass Menschen, die weniger gesättigte Fette essen, seltener einen Herzinfarkt erleiden. Dabei gibt es allerdings auch keine Evidenz dafür, dass gesättigte Fette das Risiko für Herzinfarkte senken – die einzige Ausnahme stellen hier womöglich gesättigte Fette aus der Milch dar.

Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

1. Kohlenhydrate
Ganz vorn mit dabei waren die leckeren Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index – v.a. Kartoffeln und Cerealien. Diese lassen sowohl den Blutzucker-, als auch den Insulinspiegel stark ansteigen.

Wie es hierdurch zu einem erhöhten Risiko kommt? Erklärt wird dies damit, dass ein häufig stark erhöhter Blutzucker- und Insulinspiegel zu mehr Entzündungsprozessen im Körper und damit auch an Gefäßwänden führt.

Zudem zeigen zahlreiche Studien, dass eine Low Fat und High Carb Ernährung zu erhöhten Triglyzeriden und niedrigen HDL-Spiegeln führen kann. Beides sind Risikofaktoren für einen Herzinfarkt.

Unter einer Low Fat Ernährung sinkt übrigens das LDL! Klingt gut oder? LDL ist ja schließlich böse!!! Nicht, wenn man sich die Partikelgröße anschaut… Auch wenn der Gesamt-LDL-Spiegel sinkt, steigt der prozentuelle Anteil an kleinen LDL-Partikeln. Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt also. Das konnte auch in dieser Studie gezeigt werden, in der ein höherer Konsum von Kartoffeln und Cerealien zwar mit niedrigeren Gesamtcholesterinwerten korreliert werden konnten, aber eben auch mit mehr kleineren LDL-Partikeln. Blöd also für die ganzen Ultra-High-Carber und Low Fatter. 😉

2. Oft wird behauptet, dass Saufen vor dem Herzinfarkt schützt! Wenn du dir allerdings jeden Tag eine Pulle Wein gönnst, geht dieser Effekt definitiv verloren! Mo

derater Konsum scheint hingegen tatsächlich einen geringen „schützenden“ Effekt für das Herz-Kreislauf-System zu zeigen. Demnach – Cheers! Aber bitte nicht übertreiben.

 

3. Überraschenderweise gab’s auch einen geringen Zusammenhang zwischen Zwiebeln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Zusammenhang wird allerdings als am wenigsten bedeutsam gewertet. Wäre auch eine Katastrophe – ich könnte nämlich ohne Zwiebeln und Knoblauch (Lauchgemüse) weder kochen, noch leben. Ja…ich bin einer von denen, die permanent mit Knoblauchduft herumlaufen. 😛

4. Rauchen und BMI
Jetzt wird’s spannend! Ich fasse diesen Punkt auch nur sehr kurz zusammen! (Wer mehr wissen will, schaut in die Studie.)

Bei Männern korrelierte ein niedriger BMI mit mehr Herzinfarkten, bei Frauen war es umgekehrt… Bei Frauen schien Rauchen das Herzkreislauf-System zu schützen, bei Männern umgekehrt… wie kann das nur sein?

Erklärung: Rauchen treibt einerseits den Stoffwechsel etwas an, andererseits verringert es aber auch den Hunger. Männer rauchen bekanntlich häufiger und mehr als Frauen. Das könnte also eine Erklärung sein. Rauchende Männer wiegen weniger (weniger Hunger > niedrigerer BMI) und erleiden dabei durch das Rauchen häufiger einen Herzinfarkt. Frauen rauchen seltener, ist also für weniger Frauen ein relevanter Faktor – deshalb steigt bei ihnen das Risiko für Herzleiden mit steigerndem BMI.

That was it! Jetzt kommen wir zu den protektiven Faktoren. Festhalten! 😉

Protektive Faktoren

1. Fett- und Proteinkonsum (quasi fettes Steak oder Ei) zeigt die stärkste Verbindung zu einem niedrigen Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse (Herzinfarkt und co.). Aber ich dachte, dass die veganen Doktoren sagen, dass ein Ei pro Woche so schlimm sei wie Rauchen? Vielleicht essen sie ja die leckeren Fipronil-Eier… 😛

Wie kommt das zustande? Das Ganze wird wieder auf die Hypothese zurückgeführt, dass erhöhte Blutzuckerwerte die Entzündungsprozesse im Körper anheizen können. Wer hingegen viel Fett in Verbindung mit Protein zu sich nimmt, profitiert von einem stabilen Blutzucker- und Insulinspiegel. Fett schützt also dein Herz und deine Gefäße!

Dieser Effekt kann vor allem für Walnüsse aber auch für Fette aus Vollfett-Milchprodukten gezeigt werden. Die gesättigten Fette aus anderen Lebensmitteln hatten eher einen neutralen Effekt auf das Risiko.

Omega-6-reiche Öle (Sonnenblumen- oder Sojaöl) haben übrigens eher einen negativen Effekt, da sie wahrscheinlich die Entzündungsprozesse im Körper anregen. Also dann doch lieber zu Schweineschmalz oder Butter greifen und nicht zur Margarine und Pflanzenölen.

2. Obst und Wein
Der schützende Effekt von ganzem Obst (keine Säfte!) und Wein wird durch die darin enthaltenen Flavonoide erklärt. Beim Alk sollte man aber, wie bereits gesagt, kürzer treten. Wer denkt, dass hier mehr gleich besser ist, liegt falsch!

3. Gemüse
Hier haben unsere lieben Veganer durchaus Recht! Gemüse scheint das Herz zu schützen. Der Effekt tritt allerdings erst bei einem relativ hohen Konsum (hoch für den Normalbürger) von über 300 g pro Tag ein. Demnach meine Freunde – ich sage es immer wieder: Eat your greens! Ist nicht nur gut fürs Herz, sondern auch für die Verdauung. 😉

4. Gesundheitsausgaben
Wer hätte es gedacht…? Wenn in einem Land mehr in die Gesundheit investiert wird, sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Spitzenreiter sind hier beispielsweise Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Dänemark, aber auch Deutschland. Money, money, money! Den Russen ergeht es da eher verdammt übel… ich habe schon Glück, dass ich mittlerweile in Deutschland leben darf. Hier werde ich bestimmt nicht wie mein Vater damals mit einem massiven Lungenödem auf dem Gang liegen gelassen werden, weil man gerade kein Päckchen Bares zur Hand hat… da hilft auch kein Appel an den Ethos der Mediziner… eine Schande sage ich da nur. Naja…

Unterm Strich

Diese riesige Studie zeigt mal wieder eindrücklich, dass es keinen Zusammenhang zwischen Gesamtcholesterin, gesättigten Fetten, tierischem Protein und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Lasst euch also bitte nicht für blöd verkaufen lassen, wenn mal wieder jemand behauptet, dass Hähnchenbrust so gefährlich sei wie Rauchen…

Ich muss allerdings betonen: Es konnte auch nicht gezeigt werden, dass pauschal alle Kohlenhydrate böse sind und schlecht fürs Herz. Vielmehr wurde mal wieder deutlich, dass hochverarbeitete Produkte, also beispielsweise Cornflakes oder Pommes, deine Herzkranzgefäße killen können. Gemüse, Obst und aber auch tierische Produkte in ihrer ursprünglichen Form (naturbelassen) haben hingegen keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit. Sofern man nicht permanent über seinen Verhältnissen lebt, also mehr isst, als man täglich umzusetzen schafft und übergewichtig wird.

Die Take Home Message: Esst Lebensmittel und keinen hochprozessierten Müll! Seid kritisch, wenn euch jemand von bösen Lebensmitteln erzählt, ganz egal wieviele Dr.-Titel dieser Mensch führt. Habt keine Angst vor Fett und auch nicht vor gesättigten Fetten. Bevorzugt dabei Öle und Fette die reich an Omega-3 sind und lasst die Omega-6 Bomben wie Sonnenblumenöl liegen. Butter ist übrigens super! Hier habe ich eine gute Regel:„Die Natur macht keine schlechten Fette, nur die Industrie!“

So das war’s für Heute! Lasst euch nicht von veganen Doktoren oder dummen Dokus wie „What the Health“ verarschen. Genießt lieber Lebensmittel statt prozessierten Müll.

Übrigens: Wer mich kennt, weiß dass ich der absolute Befürworter der veganen Lebensweise bin. Ich habe lediglich ein riesiges Problem mit den Lügen, die zahlreiche Pseudoärzte verbreiten sowie mit YouTubern und Bloggern, die diesen ganzen Mist dann auch noch weiterverbreiten, ohne nur einen Augenblick selbst nachzudenken und mal in die Studien reinzuschauen. Oft würde man dann nämlich entdecken, dass die Aussagen dieser „Wissenschaftler“ von den von ihnen aufgeführten Studien gar nicht gestützt werden. Für einige Veganer würde hier wohl leider die Welt zusammenbrechen. Deshalb werden oft lieber die Augen verschlossen und einfach blind nachgeplappert. Seid kritisch! Benutzt euern Kopf und lasst euch nicht von Titeln blenden.

Cheers euer Doc.Mischa

Quelle zur Studie: http://www.tandfonline.com/doi/full/10.3402/fnr.v60.31694